das "leidige" Thema der Luftdruckkorrektur

  • Was mich gerade mal noch interessieren würde, für die halbautomatische Luftdruckkontrolle, welchen Radius wird da für die Mittelwertvergleichskurve der Nachbarstationen verwendet?

    D.h. wenn man selbst den LD anhand der Vergleichskurve der Nachbarstationen kalibriert, welcher Radius für die Vergleichskurve ist da sinnvoll?

    Hallo Frank,

    der erste automatische Durchlauf erfolgt der Vollständigkeit halber immer mit dem höchstmöglichen einstellbaren Radius von 100 km, die sich daran anschließende Kurvenbetrachtung (sprich der berühmte grüne & blaue Luftdruckverlauf der userseitig leider viel zu selten genutzten Qualitätskontrolle) dann mit 50 km.


    Bei ausreichend großer Stationsdichte wie z.B. am Oberrhein, im Ruhrgebiet oder auch in sehr großen Städten wie Berlin genügen natürlich auch schon Einstellungen von 10 oder 20 km. Die 50 bzw 100 km sind eigentlich nur für datenarme Regionen notwendig, um dort ausreichend ( >= 3, besser >= 6 ) Vergleichsstationen für den daraus berechneten Referenzwert zu haben.

    Evaluierungen haben gezeigt, dass sich der Referenzwert in datenstarken Regionen durch die Einstellung eines anderen Radius' nur um minimale Beträge von weniger als (+/-) 0,5 hPa ändert.


    Nach dem Gesetz der großen Zahlen ist zu vermuten, dass eine berechnete Referenz als Erwartungswert umso besser ist, je mehr Vergleichsstationen in den Referenzwert einfließen, sodass wir z.B. Neuanmelder in der Regel nach dem 100-km-Wert korrigieren, um auf übermäßig viele Luftdrucksperren zu verzichten. Das ist dann bis auf einen ebenfalls minimalen Betrag von meist weniger als 0,5 hPa quasi identisch mit dem manuellen Abgleich gegenüber offiziellen Stationen aus den Netzen der nationalen Wetterdienste.


    In der Regel wohnt ein Stationsbesitzer irgendwo zwischen mehreren DWD- oder ZAMG-Stationen. Bei Nutzung dieser Alternativmethode sollte man jedenfalls auch besser ein Mittel als einen simplen Einzelwert als Referenz heranziehen, da auch offizielle Einzelstationen mehr oder weniger große Drift-, Kalibrations- bzw Gerätefehler aufweisen können.


    Beste Grüße,

    Jörg alias HSH-Frosch

    - Administrator -

  • Hallo,


    ich hatte doch darum gebeten, meine 3 Stationen aus der halbautomatischen LD-Korrektur zu entfernen (siehe Posting #4), bzw. mir wurde es angeboten, meine Stationen aus der halbautomatischen Korrektur zu entfernen (siehe Posting #2), da ich mich selbst um die LD-Korrektur kümmere und wie man bisher sieht, ich das sehr gewissenhaft durchführe (siehe Posting #8), das schien bisher auch geklappt zu haben, doch heute war nun in einer meiner 3 Stationen (ID 22187) wieder eine LD Korrekturwert von +0,2 eingetragen.

    Bei dieser Station handelt es sich um meine Bergstation, die erfahrungsgemäß immer etwas stärker um den Mittelwert der Vergleichstationen schwankt, d.h. auf Perioden wo sie mal eine Zeitlang über dem Mittelwert lag, folgen aber genauso wieder Perioden, wo sie wieder dementsprechend darunter liegt, doch im längeren Mittel passt es dann wieder.

    Somit ist es total kontraproduktiv, hier mit einem Korrekturwert einzugreifen, da wie gesagt, im Mittel es meist wieder passt und man mit dem Korrerkturwert langfristig es eher schlechter macht, da man dann ständige wieder eingreifen muss, denn durch den Korrekturwert unterbindet man die Möglichkeit, dass der LD bei dieser Station sich im Mittel wieder selbst angleicht.


    Aktuell weicht sie vom Mittel um +0,2hPa ab bei einem Vergleichsradius von 20km und 18 Vergleichstationen (siehe Bildanhang) und deswegen kann ich es sowieso nicht verstehen, wieso mir da ein Korrekturwert von PLUS 0,2hPa reingeschrieben wurde, denn durch +0,2hPa verschlechtert man ja eher noch den Wert (nehme ich statt 20km Vergleichsradius/18 Vergleichstationen, den 50km Vergleichsradius/76 Vergleichsstationen, liegt sie aktuell sogar eher +0,6hPa über der Vergleichskurve, somit ist es ja noch offensichtlicher, dass die Korrektur um PLUS 0,2hPa zu einer Verschlechterung führt)!?

    Außerdem halte ich es für fragwürdig, wegen 0,2hPa einzugreifen und einen Korrekturwert von 0,2hPa einzutragen.

    Ich habe diesen Korrekturwert nun wieder entfernt.


    Bitte meine 3 Stationen von der automatischen Korrektur ausklammern (siehe Posting #4), ich kümmere mich selber gewissenhaft um den richtigen LD.

    ID:

    11485

    17477

    22187

  • Hallo Frank,

    sorry - deine jüngste Station Hochblauen (22187) war noch in die neuen und "besonders zu überwachenden" Stationen eingetragen.
    Ist nun in die Sperrliste mit aufgenommen.
    Generell gilt aber das bereits zu Jahresanfang Gesagte: Im Korrekturfeld auftretende (v.a. geringfügige) Konstanten oder Änderungen rühren meist von einem Durchlauf mit unserem halbautomatischen Barocheck-Tool her und sollten von den Stationsbesitzern (also euch) bitte nicht als Schikane aufgefasst werden. Wie schon mehrmals erläutert, ist es personell und zeitlich nicht möglich, bei über 23.000 angemeldeten Stationen für jede im Detail eine individuelle Ausarbeitung anzufertigen - das Überwiegen der Vorteile des beschriebenen Verfahren unzweifelhaft belegt und weil es rationell ist es so zu machen, wird es halt so gemacht. Weitere Optimierungen sind geplant.
    Bei berechtigten Einwänden (wie deinem) sind wir zu Ausnahmen bereit bzw ihr könnt und dürft eure Luftdruckkorrektur natürlich auch selbst ändern - bitte möglichst nach Ausschöpfung mehrerer bzw aller Recherche- und Vergleichsmöglichkeiten (= Quali-Tool hier bei Awekas mit 50 und 100 km Radius, offizielle/staatliche Messnetze, evtl vorhandene zuverlässige Zweit-/Vergleichsbarometer - Beispiel).


    Beste Grüße,

    Jörg

    - Administrator -



  • Hi Jörg,


    alles klar, kein Problem.


    Dennoch eine weitere Frage, bei mir war ja ein Korrekturwert von +0,2hPa eingetragen, das ist ja eigentlich eine kaum relkevante Abweichung, deswegen die Frage bezügl. halbautomatischen Barocheck:

    Wäre es nicht sonnvoll, mit dieser "Halbautomatik" nur ab einem bestimmten Größe der Abweichung einzugreifen?

    D.h. wie in meinem Beispiel, bei Stationen bei denen lediglich um wenige Zehntel korrigiert werden würde, dass diese Stationen im halbautomatischen Barocheck erst gar nicht erfasst werden würde, man könnte doch sicherlich in eurem Programmtool einen gewissen "Grenzwert" eingeben, ab dem das Korrigierungstool erst eingreift, somit würden solche Minimalkorrekturen von wenigen Zehntel hPa herausfallen und somit würde sich die Summe der Stationen, die korregiert werden müssen auch wieder reduzieren.

  • Schon richtig Frank,

    natürlich existiert eine Grenze - der kleinste einstellbare Grenzwert sind +/- 1 hPa. Eine solch Abweichung muss an deiner Bergstation Hochblauen irgendwann mal zum Umgebungsmittel (100-km-Umkreis) erreicht oder überschritten worden sein, sonst wäre sie erst gar nicht in der Auflistung unseres Barochecks enthalten gewesen. Die Historie der Änderungen wird nun leider nicht dokumentiert, denkbar ist aber z.B. vor 6 Wochen ein Analyseergebnis wie "1,3 hPa zu hoch", was erstmal die Korrekturkonstante von 0 auf -1.3 gesetzt hat ... und dann beim nächsten Durchlauf einige Wochen später "1,5 hPa zu niedrig", was dann die -1.3 in eine +0.2 verwandelt hat. Eine direkte Korrektur von 0.0 auf +0.2 wird es also nicht gewesen sein


    Wenn man sich mal die Verteilung der Stationen auf unseren Weltkarten anschaut, sieht man in Mitteleuropa (D, A, CH, Dänemark, Benelux, teils auch Frankreich und Norditalien) die größte Stationsdichte, was hier die 1 hPa Grenzwert (zumindest unterhalb von ca 900m Stationshöhe) auch sinnvoll erscheinen lässt. In dünn besiedelten Ländern und Kontinenten bleibt meist nur der Vergleich zu offiziellen Stationen und in manchen Fällen ist selbst das nicht möglich)


    Beste Grüße,

    Jörg


    PS: Beim Durchlauf mit 2 oder 3 hPa gibt es leider immer eine Fehlermeldung vom Server ....