Zuverlässigkeit der Davis Vantage Pro 2?

  • Hallo,


    als ich mich 2014 entschieden habe, eine Wetterstation aufzustellen, habe ich mich nach einigen Recherchen für die Davis Vantage Pro 2 entschieden. Mit den über 600 EUR für das Teil habe ich ein wenig Qualität erwartet.


    Scheinbar ist es aber ein typisches US-Wegwerf-Produkt?


    DAs Gerät wurde final etwa 06/2016 in Betrieb genommen. Bis ich mich so richtig damit beschäftigt habe und auch mal über die Aweks Bridge Daten ausgelesen habe (und angeschaut) verging vielleicht nochmal ein halbes Jahr. Recht bald - ich glaube es gibt hier auch einen Beitrag - mußte ich feststellen, dass die Windrichtung immer mal wieder auf "N" gewechselt hat, obwohl die in sichtweite befindliche Windfahne ganz klar in eine andere Richtung schaute.


    Das wurde auf Kabel und Verbindungsprobleme geschoben, was (ich bin Elektroniker) Bullshit ist, denn dazu kam es viel zu regelmäßig, auch ganz ohne erkennbare äußere Umstände. Ein Check hat das auch bestätigt. Nun gut, habe ich gedacht. Da ich die Daten eh selber auswerten werde, sortiere ich die Ausreisser einfach aus, die beiden Hauptwindrichtungen hier sind genügend stark von "N" abweichend, sodass ich "N" einfach ganz aussortieren kann.



    Nun ist seit einigen Tagen - genau kann ich's nicht sagen, weil ich viel reise - das Aneometer offenbar kaputt. Es dreht sich auch bei starkem wind nicht mehr. Angefangen hat es damit, dass leichte Brisen es nicht mehr zum drehen brachten, das habe ich vor vielleicht 3-4 Monaten gesehen, aber mir eher gedacht, dass es an Verwirbelungen liegen könnte.


    Nun haben wir seit ein paar Tagen sehr deutlichen Wind, teilweise bis zu Sturmböhen (der Standort ist an der Meerenge von Gibraltar) und das Ding dreht nicht mehr.


    Frage in die Runde:


    Welche Lebenserwartung hat so ein Aneometer?


    Wer hatte auch Probleme bzw. einen Defekt am Aneometer?


    Welches sind die Einflußfaktoren, die so einem Windrädchen den garaus machen?


    Hinweis:
    Eis und niedrige Temoperaturen scheiden am Standort aus. Es wird zwar schon auch mal 4-5 Grad Celsius "kalt", aber Frost und Minustemperaturen gibt es hier einfach nicht. Salzige Luft, ja. Sehr starke WInde ... auch ja!, aber das muß so ein Teil doch ab können?

  • Ich würde nicht so weit gehen und die Station als US-Wegwerf-Produkt bezeichnen,
    ich habe meine zwar erst seit dem 1.1.2014 im Gebrauch und nur einen Ausfall der Windgeschwindigkeit.
    Bein mir hatten sich Spinnen ein Netz gebaut das sich so fest um die Achse des Windrades gelegt
    hatte, so da dieses sich fast nicht mehr drehte. :search:

  • Servus,
    meine Davis läuft seit Juli 2013 fast einwandfrei. Erst vor 2 Wochen bemerkte ich ebenso, dass sich das Anemometer teils nicht drehte, obwohl sich die Äste am nächsten Baum auf gleicher Höhe deutlich sichtbar bewegten.
    Und tatsächlich war das Anemometer sowie die Windfahne etwas schwergängig, wenn ich sie mit der Hand drehte. Habe die beiden Teile abmontiert (nur eine Schraube) und mit etwas feinem Öl die "Drehachsen" geschmiert. Seither dreht alles wieder sauber rund. Nasser gefrierender Schnee oder Eisregen mit dem typischen Nordwestwind sind hier oben im Winter normal. Ich würde es bei mir als locker vertretbaren Minimalverschleiß bezeichnen.
    Auch teure Autos haben manchmal ihre "Macken" oder Du hast eine "Montagswetterstation" erwischt.
    Eventuell kannst Du die beiden Teile auf Kulanz umtauschen, falls Du sie über ein Jahr hast.


    Gruß Björn
    Station Rohrmünz, Bayer. Wald 717m

  • Zur Windrichtung N: je nach verwendeter Software kann bei Windstille N angezeigt werden - egal wohin die Windfahne zeigt.


    Anemometerschalen sitzen fest: ist nicht speziell davistypisch, sondern kann alle Anemometer betreffen, wenn sie z.B. in landwitrschaftlichen Gegenden stehen. Das ist bei mir der Fall: spätestens nach der Ernte hole ich den Windmesser runter, um die Lager mit Alkohol auszuwaschen. Anschließend wieder etwas Öl - und es läuft wieder. Der Staub hier in unserer Agrarsteppe sitzt in der kleinsten Ritze nach einem Jahr drin.... und dann dreht sich nix mehr, bzw. die Lager laufen auf Dauer aus.

  • Hallo jwk,

    Quote

    Scheinbar ist es aber ein typisches US-Wegwerf-Produkt?

    Gut, dass Du wenigstens das Wort scheinbar verwendest. Ansonsten mag das Gesagte für Dich zwar zutreffen, ist aber dennoch völlig abwegig (ich meine jetzt die von Dir beschworene unterirdische Qualität)
    Es kamen hier bereits Beispiele, nun meines auch noch dazu:
    Davis seit 2006 in Betrieb, das sind also inzwischen 11 Jahr. Letztes Jahr musste erstmals das Anemometer ausgetauscht werden, da schwergängig. Zudem musste ich vor einigen Jahren mal den Temp/Hum-Sensor austauschen. Ich glaube, diese Beiträge, wenn auch nicht repräsentativ, sagen alles.
    Also bitte Vorsicht mit vorschnellen Behauptungen, auch wenn sie für Dich zutreffend sein mögen. Zum Problem "Norden" solltest Du auch das von Tex Gesagte berücksichtigen.
    Und zuletzt, weil es in einem Beitrag hier genannt wurde: ÖL einzusetzen ist beim Davis-Anemometer definitiv kontraproduktiv (man sollte sich hier genau an die Vorgaben des Herstellers halten, die leider oft etwas schwer aufzufinden sind.)

  • Hallo


    Kann mich Werner nur anschließen. Meine Davis in Micheldorf werkelt auch schon seit 2006. Abgesehen vom "bekannten" Goldcap Fehler ohne jegliche Probleme. Auch der Windmesser ist noch original.
    Bei der Station in Kirchdorf wurde schon mal der Windmesser getauscht. Die ist aber in einer viel extremeren Industrieumgebeung montiert.


    Meine persönliche Meinung: Ich kenne den Vergleich zu anderen Stationen. Wenn man mit der Davis nicht zufrieden ist, kann man nur auf sehr viel teueres Profiequipment umsteigen. Im Semiproffessionellen Umfeld gibt es keine (bessere) Alternative. Das soll aber nicht heißen das andere (günstigere) Stationen nicht problemlos laufen können.


    PS: Den Windmesser gibt es als Ersatzteil. und das auch noch nach 11 Jahren...... ;)

  • Hallo,
    hier muss ich nochmals einhaken:

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    und das auch noch nach 11 Jahren

    Und genau das ist es, was Davis von anderen Herstellern unterscheidet. Die bieten ein Inflation von Stationen und nach 3 Jahren sind sie längst verschwunden (nicht alle, aber sehr viele) und damit auch die Ersatzteilbeschaffung.
    Ist jetzt etwas vereinfacht und verkürzt ausgedrückt. Aber damit ist nun glaube ich, alles gesagt.